Ein paar Tage später fuhren wir dann mit Adam vom Hostel
nach Nadandola Beach, einer der schönsten Strände von Fidschi. Allerdings sind
auch da die Wellen ziemlich heftig. Seit der letzten Flut im Frühling gibt es
jetzt da einen neuen Surfspot, da unglaublich viel Sand vom Land in das Meer gespült
wurde.
Nun, der 15 Juni war schon bedrohlich nahe und ich spürte
dass ich diesen genialen Platz noch nicht verlassen konnte. Da die nächste
Möglichkeit aber erst der 10. Juli war, musste ich doch kurz überlegen.
Schlussendlich strich ich alle meine Hawaii und Amerika Reisepläne und
verlängerte ein wiederholtes Mal auf Fidschi. Die Freude bei den Leuten vom Hostel
war riesig und deren Verhalten bestätigte meine Entscheidung.
Es gibt auch immer wieder Feuershows im Bamboo, da bin ich
mittlerweile zum DJ aufgestiegen. Die Feuershows werden von den Jungs vom Staff
durchgeführt. Immer wieder eindrücklich wie schnell sie diesen brennenden Stab
durch die Luft wirbeln. Trotz mehrmaliger Einladung habe ich auf eine aktive
Teilnahme an der Show verzichtet J
An einem Sonntag wurde ich von Elia zu seiner Familie
eigeladen. Ab 12 Uhr wurde da gegessen und Kava getrunken bis spät in die
Nacht. Der Küchentisch in der doch eher spärlich eingerichteten Küche war
beinahe zu klein. Chicken Curry, Reis, Kartoffeln, Würste, Beef, Suppe,
Gemüsenudeln, Kasava, etc wurde aufgetischt. Es war soooo lecker. Bis spät in
die Nacht tranken wir Kava und es kamen immer mehr Freunde und Nachbarn von
Elias Familie. Ein paar Tage später verpasste ich leider Elias Cousin in Nadi,
wo er kurz auf Besuch war. Er ist Rugby Profi in Frankreich und eine ganz
grosse Nummer in Fidschi. Elia selber war auch Profi in England und spielte 5-6
Mal in der fidschianischen Nationalmannschaft.
Wenn wir schon beim Thema Rugby sind. An einem Samstag
fuhren wir nach Lautoka in den Churchill Park, da die Nationalmannschaft von
Schottland zu Gast war. Das marode Stadion platzte aus allen Nähten. Wegen
langen Schlangen an den Eintrittskontrollen (Ja die gab es) verpassten wir den
legendären „Einschüchterungstanz“ der Flying Fijians. Die Schotten waren aber
nicht sehr beeindruckt und gewannen das Spiel ohne Probleme. Egal, die über
10000 Zuschauer hatten ihren Spass. Es war auch nur ein Vorbereitungsspiel,
Fidschi spielte am folgenden Sonntag im Rahmen des Pacific Nations Cup gegen
Tonga.
Am Montag nach dem Schottland-Spiel kamen spät in der Nacht
4-5 doch ziemlich gut gebaute Einheimische ins Bamboo Hostel. Es stellte sich
dann heraus, dass das nicht Einheimische sind, sondern Mitglieder des Team
Tongas. Die hatten Ihren Spass und genossen den Bamboo Kava. Am nächsten Abend
folgten bereits 8 Spieler und am Mittwoch waren über 15 Spieler und sogar der
Coach vor Ort. Sie brachten einen 4kg Sack Kava mit, ja es folgte ein lustiger
Abend…vorallem wo die Jungs aus Tonga zur Gitarre griffen. Nun, somit war klar,
wir müssen am Samstag wieder in den Churchill Park. In der ersten Halbzeit
konnte Tonga noch mithalten, danach steigerte sich Fidschi und brachte den Sieg
locker nach Hause. Tonga wirkte ein bisschen müde, kein Wunder, als wir am
Abend vor dem Spiel noch in einer Bar in Nadi waren, haben die Spieler (unter
den Augen des Coaches) noch auf der Bar getanzt. So sieht eine professionelle
Spielvorbereitung im Pazifikraum aus J
Um mal noch etwas anders als Nadi zu sehen, ging ich mit
Dennis aus Düsseldorf zur Coralcost auf der Hauptinsel. Obwohl nur ca. 2
Stunden (per Lokalbus) von Nadi weg (wo das Wasser nicht wirklich schön ist)
findet man da bereits kristallklares Wasser und wunderschöne Strände. Dort
trafen wir auch Leirie aus dem Baskenland und Sarah und Sibel aus Deutschland.
Die sind auch alle in Fidschi (bzw. Bamboo) steckengeblieben – wie ich. Nach 3
Tagen relaxen und feinem Essen ging es wieder zurück ins Bamboo.
Die letzten Wochen verbrachte ich mehrheitlich mit….relaxenJ Nebenbei hatte ich mal
noch ein Bewerbungsgespräch mit der Migros via Skype unter einer Palme. Es hat
offenbar Glück gebracht, ich habe den Job erhalten. Eines Tages war Flechten
mit Kokosnussblättern angesagt. Auf dem Weg zum Strand, um die Blätter zu
holen, spielten wir Kokosnussbowling. Ein ganz lustiges Spiel, vorallem da man
nie weiss in welche Richtung die Kokosnuss aufspringt J Zwischendurch fuhr ich auch mit Elia zum
Flughafen, um neue Gäste abzuholen. In der Wartezeit klapperten wir jeweils
alle Restaurants und Cafes ab, kennt er doch alle Girls die da arbeiten. Er hat
mir dann auch eine von seinen offiziellen Freundinnen vorgestellt und mich
bereits zum Trauzeugen bestimmt. Da er sich aber noch entscheiden muss, welche
er nun heiraten möchte, vergehen wohl noch ein paar Jahre.
| Elia und Ich :) |
Dann waren auch schon meine definitiv letzten Tage in
Fidschi gekommen. Am vorletzten Tag hatte ich noch Geburtstag. Ein
ausgewanderter Schweizer der auch immer im Bamboo herumlungert hat mir einen
feinen Ananas-Kuchen gebacken. Lustigerweise traf ich auch noch meine Primarschullehrerin
Roberta, die an diesem Tag in Fidschi ankam. Sie war schon x Mal da und wegen
Ihr kam ich überhaupt nur auf die Idee, Fidschi zu bereisen. Am Abend gab es
dann Kava und ein Happy Birthday Lied auf Fidschianisch. Da ich eine so lange
Zeit im selben Hostel gelebt habe und ich irgendwie einen Teil der Familie
geworden bin, haben Sie nun sogar eine neue (übergrosse)Kava-Schale nach mir
benannt, die spinnen, die Fidschianer J
Am letzte Tag wurde ich überhäuft mit Armbädeli, Halsketten,
Seifen, etc..eine unglaublich nette Geste und es machte den Abschied nicht
einfacher. Youssuf, der berühmteste Taxifahrer im Quartier brachte mich nach
einer eindrücklichen (und zum Teil tränenreichen) Abschiedszeremonie an den
Flughafen. Ich war aber nicht alleine, Tokassa, Emma, Akanissa und Linna von
der Küche und der Wäscherei quetschen sich ins Taxi und folgten mir bis zur
Zollkontrolle – die sind einfach sooo nett. Nach den letzten Fotos hiess es
dann endgültig….byebye Fidschi.
| Goodbye am Flughafen |
Ich habe noch nie so nette, aufgestellte, unkomplizierte,
sympathische, fröhliche, lustige und glückliche Menschen getroffen wie in
Fidschi. Es ist für mich absolut klar, dass ich wieder mal dahin zurückkehre,
auch wenn es auf der andere Seite der Erde ist. Es ist unbeschreiblich, aber
die Atmosphäre am Abend, wen alle um die Kavaschüssel herumsitzen und singen
und Scherze machen, werde ich unglaublich vermissen. Ebenfalls all die netten Leute vom Staff, mit
denen ich unzählige lustige und lange Abende erlebt habe. Zudem gibt es auch einfach
noch hunderte von hübschen Orten, die ich unbedingt noch sehen möchte. Zum
Beispiel Nanuku, die Paradiesinsel die dem Bamboo Besitzer gehört und in der
Mitte des Ozeans liegt und nur per Boot (2 h) von einer anderen Insel
erreichbar ist…Meine Fidschi Liste ist prallgefülltJ
Vinaka Bamboo, Danke Fidschi….bis bald!
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