Montag, 16. Juli 2012

1.6.12 - 10.7.12 Nadi

Der Empfang nach über einer Woche Abwesenheit im Hostel war einfach nur nett. Wir sassen hinter der Küche am Boden und assen grüne Orangen und ich erzählte von meinen Erlebnissen von den Yasawas. Viele, nein eigentlich alle vom Staff, haben die Yasawa Inseln noch gar nie gesehen in Ihrem Leben, viel zu teuer. Als erstes war dann einfach nur relaxen vom relaxen angesagt. Und ich musste mir überlegen, wie lange ich wieder mal verlängern soll. Ich habe meinen für Anfang Juni geplanten Flug schon vor den Yasawas auf den 15. Juni verschoben. Da auch Tom und Paul wieder im Bamboo buchten, war ein Teil der Gruppe schon wieder vereint. Auch Joni aus Canada, die ich auf den Yasawas kennengelernt hatte,  folgte zwei Tage später. Wir relaxten jeweils tagsüber und am Abend genossen wir das hervorragende Essen in den umliegenden Restaurants, einfach nur ein Genuss dieser Lifestyle. Nach diesen gemütlichen und lustigen Tagen hiess es dann zuerst von Tom, und später dann auch von Joni Abschied zu nehmen. Ich buchte zuerst mal wieder ein paar Nächte in Nadi, da das erste Mal seit Jahren die weltbesten Surfer wieder in Fiji ihren Wettkampf abhalten. Ich liess mir die Chance nicht entgehen und so ging es mit dem Fidschianer Ronny, der auch immer im Bamboo Hostel rumhängt, per Nussschale in Richtung Cloudbreak, dem berühmtesten Surfspot Fidschis. Als wir unmittelbar vor Cloudbreak waren, konnte man schon erahnen was uns erwarten wird. Man fuhr wortwörtlich bergauf und bergab auf den Wellen, so gross war der Swell. Bei Cloudbreak brechen dann die Wellen auch, weil sich da ein riesiges Riff befindet – mitten im Ozean. Da es eigentlich nur eine grosse aber kontrollierte Welle ist, kann man mit dem Boot auch ziemlich nahe ran. Bei bestem Wetter begutachteten wir die weltbesten Surfer – das war doch ein ziemlich eindrückliches Erlebnis, zudem paddelten die dann nach getaner Arbeit direkt neben unserem Boot vorbei.


Ein paar Tage später fuhren wir dann mit Adam vom Hostel nach Nadandola Beach, einer der schönsten Strände von Fidschi. Allerdings sind auch da die Wellen ziemlich heftig. Seit der letzten Flut im Frühling gibt es jetzt da einen neuen Surfspot, da unglaublich viel Sand vom Land in das Meer gespült wurde.


Nun, der 15 Juni war schon bedrohlich nahe und ich spürte dass ich diesen genialen Platz noch nicht verlassen konnte. Da die nächste Möglichkeit aber erst der 10. Juli war, musste ich doch kurz überlegen. Schlussendlich strich ich alle meine Hawaii und Amerika Reisepläne und verlängerte ein wiederholtes Mal auf Fidschi. Die Freude bei den Leuten vom Hostel war riesig und deren Verhalten bestätigte meine Entscheidung.


Es gibt auch immer wieder Feuershows im Bamboo, da bin ich mittlerweile zum DJ aufgestiegen. Die Feuershows werden von den Jungs vom Staff durchgeführt. Immer wieder eindrücklich wie schnell sie diesen brennenden Stab durch die Luft wirbeln. Trotz mehrmaliger Einladung habe ich auf eine aktive Teilnahme an der Show verzichtet J


An einem Sonntag wurde ich von Elia zu seiner Familie eigeladen. Ab 12 Uhr wurde da gegessen und Kava getrunken bis spät in die Nacht. Der Küchentisch in der doch eher spärlich eingerichteten Küche war beinahe zu klein. Chicken Curry, Reis, Kartoffeln, Würste, Beef, Suppe, Gemüsenudeln, Kasava, etc wurde aufgetischt. Es war soooo lecker. Bis spät in die Nacht tranken wir Kava und es kamen immer mehr Freunde und Nachbarn von Elias Familie. Ein paar Tage später verpasste ich leider Elias Cousin in Nadi, wo er kurz auf Besuch war. Er ist Rugby Profi in Frankreich und eine ganz grosse Nummer in Fidschi. Elia selber war auch Profi in England und spielte 5-6 Mal in der fidschianischen Nationalmannschaft.


Wenn wir schon beim Thema Rugby sind. An einem Samstag fuhren wir nach Lautoka in den Churchill Park, da die Nationalmannschaft von Schottland zu Gast war. Das marode Stadion platzte aus allen Nähten. Wegen langen Schlangen an den Eintrittskontrollen (Ja die gab es) verpassten wir den legendären „Einschüchterungstanz“ der Flying Fijians. Die Schotten waren aber nicht sehr beeindruckt und gewannen das Spiel ohne Probleme. Egal, die über 10000 Zuschauer hatten ihren Spass. Es war auch nur ein Vorbereitungsspiel, Fidschi spielte am folgenden Sonntag im Rahmen des Pacific Nations Cup gegen Tonga.


Am Montag nach dem Schottland-Spiel kamen spät in der Nacht 4-5 doch ziemlich gut gebaute Einheimische ins Bamboo Hostel. Es stellte sich dann heraus, dass das nicht Einheimische sind, sondern Mitglieder des Team Tongas. Die hatten Ihren Spass und genossen den Bamboo Kava. Am nächsten Abend folgten bereits 8 Spieler und am Mittwoch waren über 15 Spieler und sogar der Coach vor Ort. Sie brachten einen 4kg Sack Kava mit, ja es folgte ein lustiger Abend…vorallem wo die Jungs aus Tonga zur Gitarre griffen. Nun, somit war klar, wir müssen am Samstag wieder in den Churchill Park. In der ersten Halbzeit konnte Tonga noch mithalten, danach steigerte sich Fidschi und brachte den Sieg locker nach Hause. Tonga wirkte ein bisschen müde, kein Wunder, als wir am Abend vor dem Spiel noch in einer Bar in Nadi waren, haben die Spieler (unter den Augen des Coaches) noch auf der Bar getanzt. So sieht eine professionelle Spielvorbereitung im Pazifikraum aus J


Um mal noch etwas anders als Nadi zu sehen, ging ich mit Dennis aus Düsseldorf zur Coralcost auf der Hauptinsel. Obwohl nur ca. 2 Stunden (per Lokalbus) von Nadi weg (wo das Wasser nicht wirklich schön ist) findet man da bereits kristallklares Wasser und wunderschöne Strände. Dort trafen wir auch Leirie aus dem Baskenland und Sarah und Sibel aus Deutschland. Die sind auch alle in Fidschi (bzw. Bamboo) steckengeblieben – wie ich. Nach 3 Tagen relaxen und feinem Essen ging es wieder zurück ins Bamboo.


Die letzten Wochen verbrachte ich mehrheitlich mit….relaxenJ Nebenbei hatte ich mal noch ein Bewerbungsgespräch mit der Migros via Skype unter einer Palme. Es hat offenbar Glück gebracht, ich habe den Job erhalten. Eines Tages war Flechten mit Kokosnussblättern angesagt. Auf dem Weg zum Strand, um die Blätter zu holen, spielten wir Kokosnussbowling. Ein ganz lustiges Spiel, vorallem da man nie weiss in welche Richtung die Kokosnuss aufspringt J  Zwischendurch fuhr ich auch mit Elia zum Flughafen, um neue Gäste abzuholen. In der Wartezeit klapperten wir jeweils alle Restaurants und Cafes ab, kennt er doch alle Girls die da arbeiten. Er hat mir dann auch eine von seinen offiziellen Freundinnen vorgestellt und mich bereits zum Trauzeugen bestimmt. Da er sich aber noch entscheiden muss, welche er nun heiraten möchte, vergehen wohl noch ein paar Jahre.


Elia und Ich :)
Dann waren auch schon meine definitiv letzten Tage in Fidschi gekommen. Am vorletzten Tag hatte ich noch Geburtstag. Ein ausgewanderter Schweizer der auch immer im Bamboo herumlungert hat mir einen feinen Ananas-Kuchen gebacken. Lustigerweise traf ich auch noch meine Primarschullehrerin Roberta, die an diesem Tag in Fidschi ankam. Sie war schon x Mal da und wegen Ihr kam ich überhaupt nur auf die Idee, Fidschi zu bereisen. Am Abend gab es dann Kava und ein Happy Birthday Lied auf Fidschianisch. Da ich eine so lange Zeit im selben Hostel gelebt habe und ich irgendwie einen Teil der Familie geworden bin, haben Sie nun sogar eine neue (übergrosse)Kava-Schale nach mir benannt, die spinnen, die Fidschianer J


Am letzte Tag wurde ich überhäuft mit Armbädeli, Halsketten, Seifen, etc..eine unglaublich nette Geste und es machte den Abschied nicht einfacher. Youssuf, der berühmteste Taxifahrer im Quartier brachte mich nach einer eindrücklichen (und zum Teil tränenreichen) Abschiedszeremonie an den Flughafen. Ich war aber nicht alleine, Tokassa, Emma, Akanissa und Linna von der Küche und der Wäscherei quetschen sich ins Taxi und folgten mir bis zur Zollkontrolle – die sind einfach sooo nett. Nach den letzten Fotos hiess es dann endgültig….byebye Fidschi.
Goodbye am Flughafen




Ich habe noch nie so nette, aufgestellte, unkomplizierte, sympathische, fröhliche, lustige und glückliche Menschen getroffen wie in Fidschi. Es ist für mich absolut klar, dass ich wieder mal dahin zurückkehre, auch wenn es auf der andere Seite der Erde ist. Es ist unbeschreiblich, aber die Atmosphäre am Abend, wen alle um die Kavaschüssel herumsitzen und singen und Scherze machen, werde ich unglaublich vermissen.  Ebenfalls all die netten Leute vom Staff, mit denen ich unzählige lustige und lange Abende erlebt habe. Zudem gibt es auch einfach noch hunderte von hübschen Orten, die ich unbedingt noch sehen möchte. Zum Beispiel Nanuku, die Paradiesinsel die dem Bamboo Besitzer gehört und in der Mitte des Ozeans liegt und nur per Boot (2 h) von einer anderen Insel erreichbar ist…Meine Fidschi Liste ist prallgefülltJ


Vinaka Bamboo, Danke Fidschi….bis bald!



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