Um Morgens um 9 ging es dann los in Richtung Suva. Die Leute
erwähnen immer speziell ob es sich bei einer Uhrzeit um Fiji-Zeit handelt oder
nicht. Das hat einen ganz einfachen Grund. Eine Fiji Minute dauert nämlich
zwischen 5 bis 30 europäischen Minuten J
Irgendwann zwischen 9 und 10 ging es dann tatsächlich los, Tom und cirka 10
andere Reisende aus Amerika, Deutschland, England, Frankreich quetschten sich
in den kleinen Minibus. Mit dabei war auch der Fidschianer Simon, er war eine
Art Guide. Es war eine eindrückliche Fahrt, wir sahen zum Beispiel Ortschaften
die von der Flut (Fiji war überflutet Ende April) betroffen waren. Wir
passierten auch sogenannte Villages. Fijianer leben grundsätzlich immer
zusammen mit anderen Leuten in einfachen Hütten in einer Village, ein ganz
kleines Dorf. Eindrücklich wie die Leute
und Kinder alle an der Strasse sitzen und die zulachen. Nach einem Zwischenstop
in der Küstenstadt Sigatoka steuerten wir die „Grossstadt“ Suva an. Da die
Fähre erst am Abend starten sollte (Fiji Zeit!) hatten wir noch genügen Zeit
eine fijianische Pizza zu geniessen und ein bisschen in der Hauptstadt
rumzulaufen. Gegen 16 Uhr nachmittags begaben wir uns dann auf die Fähre. Die
Fähre ist wohl gefühlte 200 Jahre alt und doch ziemlich gross. An einem total
vergitterten Schalter bezahlten wir 65 FJ Dollar (ca. 40 CHF) bevor wir die
Fähre (barfuss, Schuhe sind im Innenraum nicht gern gesehen) enterten. Da Simon
den Kapitän persönlich kennt durften wir auch kurz in der Kabine oben vorbei.
Auf dem Deck warteten wir nun auf die Abfahrt, Simon unterhielt uns mit
lustigen Geschichten aus seiner Schifffahrtszeit und wir beobachteten wie die
völlig überladenen chinesischen Kutter versuchten aus dem Hafen zu fahren. Es
war dann schon dunkel um 18 Uhr (geplante Fiji Abfahrtszeit) als immer noch ca.
50 Autos und Lastwagen vor der Fähre warteten. Gegen 19 Uhr waren dann alle
Autos verstaut, glücklicherweise konnten wir vom Deck nicht sehen ob die Fähre
überfüllt war oder nicht, war wohl auch besser so. Inzwischen waren hunderte
von Fijianern auf der Fähre angekommen. Die Meisten davon arbeiten wohl auf der
Hauptinsel und besuchen nun Ihre Familie auf Taveuni oder der zweitgrössten
Insel Fiji’s. Dementsprechend gross war auch der Aufmarsch von Freunden und
Familien am Hafen um Tschüss zu sagen. Neben mir in der Fähre sass zum Beispiel
ein junger Fidschianer von der zweitgrössten Insel, er besucht gerade seine
Familie da er in Suva studert – zweimal im Jahr. Die ganze Überfahrt (mit 2
Stopps) dauerte insgesamt fast 20 Stunden, es war aber ein sehr eindrückliches Erlebnis
mit all den Einheimischen auf dem Boden zu schlafen. In Taveuni wurden wir
schlussendlich vom Hostel abgeholt und genossen kurze Zeit später ein leckeres
Mittagessen. Wir waren zusätzlich noch ein bisschen verspätet, da zuerst der
Geldautomat aufgefüllt werden musste. Alle halfen da ein bisschen mit beim
auffüllen J
Das Essen war
grundsätzlich ein Traum, unglaublich was die Frauen aus der seeeehr minimalen
Küche herausgeholt haben. Der Abend wurde natürlich mit Gitarrenmusik, Gesang
und Kawa versüsst. Lustigerweise arbeitet da der Cousin von Elia, ebenfalls ein
begnadeter Sänger und Gitarrenspieler. Am nächsten Tag wurden die Bouma
Wasserfälle angesteuert. Auf dem 1 stündigen Marsch über Stock und Stein (und
Matsch) sahen wir bereits 2 tolle Wasserfälle. Am Schluss kam jedoch der
grösste und wir konnten es nicht lassen von den Klippen zu springen. Sogar die
nette Receptionistin vom Hostel sprang ins kühle Nass. Am nächsten Tag hiess es bereits Abschied nehmen von Taveuni,
es ging weiter nach Maqai. Kurz vor der Abfahrt schorchelten wir aber noch um
Honeymoon Island (Flitterwochen-Insel), Simon killte vor meinen Augen einen
Oktopus mit einem gekonnten Biss zwischen seine zwei Augen J. Ein Luxusressort
hatte auf der winzigen Insel eine kleine Suite errichtet, die wurde aber vor 2
Jahren von einem Cyclon weggewindet. In Maqai (Insel Qamea) wurden wir
schliesslich mit dem legendären Bula Song Willkommengeheissen. Noch eine witzige und irgendwie typische Fidschi Anekdote:
Schlussendlich mussten die 2 Jungs das Boot mit 2 Ästen über das Riff
„schieben“ da infolge eines Missverständnisses bereits Ebbe war und es nicht
möglich war mit Motor zum Hostel zu fahren. Wir haben auf der einen Seite auf
das Boot gewartet, Sie haben auf der anderen Seite auf den Anruf gewartet. Das Wetter war einfach nur traumhaft und wir
relaxten im Hostel. Es ist nämlich direkt am Beach gelegen und es stehen
genügend Hängematten zum ausruhen zur Verfügung. Am nächsten Morgen ging es
dann zum benachbarten Dorf Taiviivi. Viele Arbeiter aus dem Hostel kommen ursprünglich
von dort, so auch Simon. Wir besuchten das Haus vom Dorfoberhaupt und brachten
Ihm natürlich etwas Kawa mit, das gehört sich so wenn man zu Besuch ist. Danach
ging es aber sofort zum lokalen Sportplatz, ein historisches Ereignis stand auf
dem Programm. Das erste Mal fand in diesem Village ein Rugby Turnier zwischen 4
Dörfern von Qamea statt. Auch unser Hostel stellte ein Team. Ein unvergessliches
Erlebnis, das ganze Dorf war auf den Beinen. „Unser“ Team verlor leider das
zweite Spiel auf kuriose Weise nach einem Streit mit dem Schiri. Schlussendlich
gewann das lokale Team nach einem tollen Run in der Verlängerung via „Golden
Goal“, die Meute am Spielfeldrand schien zu explodieren. Auf dem Rückweg fuhren
wir leider dann mit unserer motorisierten Nussschale in einen bösen Sturm.
Schlussendlich war es zu gefährlich und wir sprangen aus dem Boot und
marschierten über das Reef, war nicht gerade toll aber wohl die beste Variante.
Da am nächsten Tag das Meer zu wellig war, entschieden wir
uns, nach dem Erlebnis vom letzten Tag, die Tour zu einer anderen kleinen Insel
abzusagen. Mittlerweile war ich auch in den Tropen angekommen und mein Magen
hatte so seine Probleme. Ich verbrachte den nächsten Tag vorallem in der
Hängematte. Da es auch Tom erwischt hatte, entschieden wir uns dann wieder
zurück nach Taveuni zu gehen. Da das Hostel plötzlich ausgebucht war und wir
unbedingt einen Platz mit trinkbarem
Wasser wollten wandelte das Hostel kurzerhand das Büro in ein zusätzliches
Schlafzimmer. Einfach nur unglaublich wie nett die Leute hier sind. Am Abend
erreichte uns dann die Nachricht, dass ein australisches Paar in der Dunkelheit
nicht übers Riff laufen wollte in Maqai (Ebbe!) und diese ziemlich verärgert
(und vom Regen durchnässt) auf dem Rückweg (in einer motorisierten Nusschalte)
seien nach Taveuni. Heisser Tee, Tücher und eine ganze Bula Musikband stand
bereit für einen netten Empfang. Nur das Paar kam nie am Ufer an und es wurde
das schlimmste erwartet. Die ganze Nacht suchten Einheimische von beiden Inseln
das Paar und die beiden Bootsfahrer, am Morgen wurde sogar das Flugzeug vom Red
Bull Besitzer, der eine Insel besitzt um die Ecke, eingesetzt. Man fand das
Paar dann in einem Village, Sie haben da die Nacht verbracht und es offenbar
nicht für nötig befunden, irgendjemanden zu informieren J Das zeigt auch, wie schwierig
es ist jemanden zu suchen, ohne grosse Scheinwerfer und Helikopter.
Am letzen Tag ging
ich dann mit Raffa und zwei Kindern aus dem Village nebenan zur berühmten
Wasserrutschbahn. Tönt nicht speziell, die Rutsche ist aber irgendwo im Wald
und gemacht aus Stein. War ganz spassig, auch wenn nicht ganz schmerzfrei.
Bevor wir wieder zurück gingen, besuchten wir noch kurz die internationale
Datumsgrenze, ganz lustig mal von einem Tag auf den anderen zu springen.
Glücklicherweise wird die Grenze aber in Fidschi nicht angewendet. Da die Fähre
zwar ein tolles Erlebnis war, endschieden sich Tom und ich für einen Rückflug.
Eigentlich ist es mehr ein Aussichtsflug, aber somit hatten wir gleich beides.
Wir waren in 1,5 Stunden zurück in Nadi, dazu hatten wir einen unglaublichen
Ausblick auf viele kleine Inseln und all die tollen hellblauen Riffs. Es war
wohl mein bester Flug den ich je hatte in meiner Fliegerkarriere. Da es auch so
ein kleines Flugzeug war, sass man praktisch im Cockpit, einfach nur genial.
In Nadi wurden wir dann von Elia euphorisch empfangen, es
fühlte sich an als komme man zurück in eine Familie. Die restlichen Tage verbrachten
wir mit Ausflügen, so besuchten wir zum Beispiel die Mudpools, wo man sich mit
Schlamm einschmiert und sich dann in einem heissen natürlichen Wirlpool
reinigt. Einmal ging ich mit Kara und Takassa, Sie stammt aus Nadi, nach Nadi
Town. Sie zeigten mit ein paar spezielle Läden und Märkte. Am Samstag gingen
wir dann zum Prinz Charles Stadion, es fand ein grosses Rugbyturnier statt. Die
Tribüne war prallgefüllt, ich schätze mal 3000 Leute fieberten mit dem lokalen
Team Westfield mit. Das Stadion wäre wohl in der Schweiz nicht mal für
Amateurfussball zugelassen, aber es war einfach nur toll wieder mal Stadionatmosphäre
zu erleben. Im Finale zwischen Westfield und den „Roten“ aus Suva entwickelte
sich ein ultraspannender Zweikampf. Suva führte zwar kurz vor Schluss 17-9,
doch Westfield kämpfte sich zurück und drehte das Spiel mit drei Run’s hintereinander.
Das Stadion schien zu explodieren, alle rannten auf das Feld. Ich dachte die
Spielzeit ist noch nicht abgelaufen, aber das war dann egal. Ein tolles
Erlebnis und ich Freunde mich langsam an mit diesem Sport. Ein Einheimischer
und ein englischer Rugbyfan neben uns, erklärte uns ab und zu wieder ein paar
Regeln. Am Abend gingen wir dann jeweils mit den fidschianischen Mitarbeitern
vom Hostel noch ein bisschen weg.
Noch was grundsätzliches zu Fidschi. Es wird alles geteilt,
vom Essen, Trinken, Kawa bis zum Ice-Cream. Irgendwie eine tolle Kultur und ich
habe mich schon voll daran gewöhnt, dass es normal ist sich eine Cola Flasche
zu kaufen, und diese nach ein paar Schlücken weiterzugeben. So bringe ich ab
und zu, wenn wir spät in der Nacht von Nadi Town zurück kommen, dem
Nachtsecurity Pommes oder so mit. Das ist hier einfach nur normal…zudem können
Sie sich das auch nicht immer leisten.
Nun geht’s aber mal weiter zu den Yasawas, Inselhopping ist
angesagt. Ich fühle mich im Bamboo Hostel schon richtig zu Hause, es fällt mir
immer wieder schwer den Ort auch nur für ein paar Tage zu verlassen. Ich könnte
noch 100 Sachen schreiben, mache jetzt aber mal Schluss. Es passieren so viele
schöne, emotionale und lustige Sachen, habe gar keine Zeit alles aufzulisten.
Es ist einfach nur wunderschön hier, mich halt voll erwischt! Bula Bula! Bis
Bald!
PS: Die Fotos folgen später, das Internet ist zu langsam…
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